Donald Trump könnte die Götter erzürnen, wenn er auch noch den Atlantik umbenennt

Wer das Wasser beherrscht, besitzt die Macht. US-Präsident Donald Trump hat bei seiner Wassermacht bislang vor allem eines vorzuweisen: neue Namen. Aber er hat den nächste Coup schon angekündigt. Dabei könnte er sich mit den Göttern anlegen. Vielleicht gefällt ihm ja meine Alternative.

Who controls the water holds the power. So far, US President Donald Trump has little to show for his pursuit of water power other than new names. Yet he has already announced his next big move—one that could see him locking horns with the gods. Perhaps he might like my alternative.

Trumps Wassermacht: Bisher reicht es nur für neue Gewässer-Namen

Sei es der Bau von Staudämmen, Aquädukten oder Wasserkunst, in der Geschichte haben die Machthaber ihre Überlegenheit mit der Beherrschung des vermeintlich unzähmbaren Wassers demonstriert. Womöglich sucht auch der US-Präsident noch nach derartigen Symbolen für seine Wassermacht. Beim Einfärben des Reflecting Pool in Washington D.C. war er jüngst bekanntlich gescheitert – vorgeblich wegen Sabotage.

Daher beschränkt sich sein Erfolg beim Wasser auf die Umbenennungen von Gewässern. Nach dem „Gulf of Mexico“, der jetzt in der US-amerikanischen Nomenklatur als „Gulf of America“ bezeichnet wird, wurde in dieser Woche dem „Lake Ontario“ der aus indigenen Quellen stammende Name mit präsidialer Macht entzogen. Er soll künftig „Lake America“ heißen, weil der Handelsstreit mit Kanada wegen der Zölle nicht in seinem Sinne läuft. Aber der Präsident hat nicht nur im Norden widerspenstige Partner, auch im Westen wollen ehemalige Freunde nicht nach seiner Pfeife tanzen. Dazwischen liegt der Atlantik…

Nach Golf und See kommt jetzt der Atlantik?

Den nächsten Schritt hat Donald Trump bereits angekündigt. Jetzt hat er hat den Atlantik im Blick. So erklärte er laut CNN anlässlich der Verkündung seines „Lake Ontario-Coups“ am 27. August auf die Frage von Journalisten nach seinem Plan: “Wenn man also darüber nachdenkt, haben wir einen Golf und einen See, jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean. Vielleicht müssen wir also den Namen des Atlantiks und/oder des Pazifiks ändern, vielleicht ändern wir beide.“ Trump’s Demonstration seiner Wassermacht beschränkt sich somit auf die Namen, nicht über das Wasser selbst.

Nicht mit den Göttern anlegen

Bevor der US-Präsident den Atlantik nach seinem Gusto umbenennt, sollte er zunächst in die griechische Mythologie schauen, damit er weiß mit wem er sich anlegen würde. Der Name „Atlantik“ stammt aus der altgriechischen Sprache und bedeutet übersetzt „Meer des Atlas“. In der griechischen Mythologie war Atlas ein Riese (Titan). Da Atlas als Anführer einer Rebellion gegen den Zeus unterlag, sperrte der Sonnengott ihn später nicht einfach ein. Er verurteilte ihn dazu, für immer am Rand der Erde zu stehen und das schwere Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Die alten Griechen glaubten, dass dieser Riese ganz weit im Westen (am damaligen Ende der bekannten Welt) stand, deshalb benannten sie das dahinterliegende Meer nach ihm: den Atlantik. Und jetzt kommt der US-Präsident mit seiner Idee ins Spiel.

Wenn Donald Trump also nicht nur internationale Verträge ignoriert, die Vereinten Nationen schwächt, sich mit vielen seiner bisherigen Partner überwirft, willkürlich Zölle erhebt, Kriege und Krisen auslöst und mit seiner neuerlichen Umbenennung nun auch noch die Götter erzürnt, könnte ihm ein Schicksal wie Atlas drohen.

Aber ich hätte da eine Idee. Statt sich mit einem Sonnengott anzulegen, könnte er zur Demonstration seiner Wassermacht von einem Sonnenkönig lernen.

Donald Trump könnte das Schicksal von Atlas drohen (Idee: Siegfried Gendries; erstellt mit KI)

„Sonnenkönig“ Ludwig XIV. als Vorbild für Donald Trump?

Wehmütig wird Donald Trump womöglich auf eine andere Lichtgestalt schauen, der im 17. Jahrhundert mit mehr Erfolg seine Macht über das Wasser demonstrieren konnte und noch heute zu bewundern ist. Der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. nutzte Wasserspiele und Fontänen nicht nur als bloße „Gartendeko“, sie dienten ihm der Demonstration seiner Macht. Denn der prunkvollen Ära des französischen Absolutismus war die Beherrschung der Natur gleichbedeutend mit der Beherrschung des Staates.

Vor allem die Brunnen in Versailles, die Ludwig XIV. massiv ausbauen und zu seiner monumentalen Residenz und Gartenanlage umgestalten ließ, zeigten: Der König beherrscht die Natur. Wasser war knapp, schwer zu kontrollieren und aufwendig zu bewegen. Dass es dennoch in Kaskaden, Strahlen und riesigen Becken floss, sollte klar machen: Wenn der König Wasser lenken kann, dann kann sich ihm nichts entziehen.

Dazu kam die politische Symbolik. Viele Fontänen erzählten Geschichten aus der antiken Mythologie – Apollon, Neptun, Flussgötter. Ludwig XIV. stellte sich selbst gern als „Sonnenkönig“ dar, als ordnende, lebensspendende Kraft. Wasser wurde so zum Sinnbild für Ordnung, Fruchtbarkeit und eine göttlich legitimierte Herrschaft.

Statt jetzt auch noch einen beliebigen Ozean zu wählen, den er seinen Vorstellungen entsprechend benennen kann, wäre es vielleicht an der Zeit, sich auf die Machtdemonstration des „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zu besinnen. Warum also nicht auch das Wasser vor dem eigenen präsidialen Amtssitz in Washington einer neuen Ordnung unterwerfen?

Mein Vorschlag lautet daher: Der Garten des Weißen Hauses wird nach dem Vorbild von Versailles umgestaltet. Mit Kaskaden, Fontänen, Wasserbecken und möglichst viel sichtbarer Wassergewalt. Denn was wäre eine bessere Machtdemonstration als Wasser, das nicht nur einen neuen Namen trägt, sondern dem Willen des Herrschers folgt?

Ludwig XIV. wusste jedenfalls, wie man mit Wasser Eindruck macht. Der US-Präsident Trump könnte sich an dem „Sonnenkönig“ ein Beispiel nehmen und gleichzeitig der Bestrafung des „Sonnengottes“ entgehen.

Vorschlag: Vergoldete Wasserspiele vor dem Weißen Haus (Idee: Siegfried Gendries; erstellt mit KI)

Quellen und Weiterführendes

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