Mit einem Klick zur intelligenten Bewässerung

Bei der Liebe zum Garten und dessen Wasserbedarf erleben wir bei Trockenheit einen Zielkonflikt: Pflanzen retten oder Wasser sparen. Hilfe bietet die Künstliche Intelligenz beim digitalen Bewässerungshelfer GIESSCHECK in den niedersächsischen Städten Hildesheim und Syke. Das Online-Portal führt mit einem Klick zur intelligenten Bewässerung.

Auf der Suche nach Tipps für den sorgsamen Umgang mit Wasser

Der Start für dieses Projekt kam von den Harzwasserwerken. Der Wasserlieferant der beiden Städte war vor rund vier Jahren auf der Suche nach innovativen, digitalen Lösungen, um seinen Partnerkommunen beim sorgsamen Umgang mit Wasser zu unterstützen. Innovativ sollte es sein, digital und kommunikativ, um die Bürger mitzunehmen. Das Know-how fanden wir bei Okeanos, einem Bochumer Startup für digitale Wasserinnovationen. Ich war damals als Scout bei den Harzwasserwerken eingebunden und kannte das Team aus anderen Projekten. Aus der Zusammenarbeit entstand ein intelligenter digitaler Bewässerungshelfer. Das war die Geburtsstunde des GIESSCHECK.

Künstliche Intelligenz wertet lokale Bodenfeuchte- und Wetterdaten aus

Im niedersächsischen Syke, südlich von Bremen, begann 2022 die Geschichte der intelligenten Bewässerung. Im Stadtgebiet wurden smarte Bodenfeuchtesensoren verteilt und über LoRaWAN, einem lokalen WLAN-Netzwerk, bzw. Mobilfunk mit dem Datenserver verbunden. Sie lieferten den aktuellen Feuchtezustand des Bodens. Derartige Lösungen gab es schon an anderen Orten. Aber der Clou in Syke war die Einbindung von lokalen Wetter-, Niederschlags- und anderen Umweltdaten, um das Gesamtgebilde mittels künstlicher Intelligenz zu einem digitalen Bodenfeuchtemodell zu gestalten. Damit konnten die Auswirkungen von Regen und Trockenheit auf den Boden beschrieben werden. Somit ließen sich Informationen über das pflanzenverfügbare Wasser im Boden gewinnen, die die Bürger auf einem Onlineprotal abrufen konnten. Das was den Pflanzen also an bodenverfügbarem Wasser fehlte, konnte dann durch Bewässerung ergänzt werden. Der Zugang zum Bewässerungsbedarf war das Onlineportal GIESSCHECK.de, das vor wenigen Wochen auch in der Stadt Hildesheim, dem Sitz der Harzwasserwerke, an den Start gegangen ist.

Da in einer Stadt nicht überall der gleiche Bedarf herrscht, gelangen die NutzerInnen mit einem Klick auf die Karte und einem Zoom bis zur gewünschten Straße. Aber auch bei den Bodentiefen und der lokalen Bodenart wird unterschieden. Somit erhalten Nutzerinnen und Nutzer schnell und unkompliziert Bewässerungsempfehlungen für zwei unterschiedliche Bodentiefen – die untere und die obere Bodenschicht in ihrer Straße. Der Zustand des Bodens wird anschließend anschaulich über eine leicht verständliche Farbskala mit Legende dargestellt. So lässt sich auf einen Blick erkennen, ob ausreichend Bodenfeuchte vorhanden ist oder ein Bewässerungsbedarf besteht.

So funktioniert der Giesscheck (Q: Giesscheck.de; Abruf: 4.8.2026)

Per Smartphone einfach an die Gießempfehlungen

Das Portal ist bewusst einfach gehalten und sowohl mobil als auch am Desktop kostenfrei nutzbar. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger mit wenigen Klicks für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit Wasser zu sensibilisieren. Ergänzend dazu werden umfangreiche Informationen zum Thema richtige Bewässerung auf dem Portal vorgehalten.

Der GIESSCHECK in Hildesheim wird im Rahmen des Smart-City-Projekts „HI 2030: Das resiliente Hildesheim der Zukunft“ umgesetzt, das durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) über die KfW gefördert wird.

Ich finde, dass dieses Projekt ein Beispiel zur Nachahmung sein sollte. Viele Kommunen sind auf der Suche nach Lösungen für die Herausforderungen bei Trockenheit. Hier gibt es nicht nur eine intelligente Lösung, sondern auch Erfahrungen aus der Praxis.

GIESSCHECK zeigt den Status der Bodenfeuchte in Hildesheim an (Web-Abruf: 4.8.2026)

Weiterführendes und Quellen

Beitragsfoto: Siegfried Gendries (c)

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