Massive Wasser-Rationierungen im Süden der USA

Die Trockenheit in Kalifornien nimmt dramatische Ausmaße an. Ein Drittel des Staates ist mittlerweile von extremer Hitze betroffen. Das bedeutet auch Wassermangel. Die Bewohner von Outingdale in Nord-Kalifornien gehören zu den ersten Amerikanern, die erfahren wie sich die gravierendste Trockenheit seit 1977 anfühlt. Sie wurden von Ihrer kommunalen Wasserbehörde El Dorado Irrigation District aufgefordert, weniger Wasser zu verwenden. Nachdem das Frühjahr im gesetzte Ziel einer 30-prozentigen Reduzierung verfehlt worden war, hat der Wasserversorger festgelegt, dass jede Person nicht mehr als 68 Gallonen, also rund 257 Liter, täglich verbrauchen darf. Kontrolliert wird die Einhaltung mit den Wasserzählern. Unvorstellbar für deutsche Verhältnisse mit weniger als 121 Litern täglich. Nur schwer vorstellbar, dass die 68 Gallonen von den Behörden als lebensnotwendiges Minimum für die Hygiene und das Kochen angesehen werden. Da könnte sich für die US-Amerikaner wohl einmal der Blick über den Atlantik lohnen, wo man mit weniger als der Hälfte der Wassermenge auskommt. Aber es kommt noch besser: einem US-Magazin zufolge liegen die Bewohner von Outingdale mit ihrem Verbrauch bei nur einem Drittel des Landesdurchschnitts.

Mit der – immer noch vergleichsweise komfortablen – Rationierung von Trinkwasser können die Betroffenen offenkundig nur schwer umgehen. Das Leben scheint auf den Kopf gestellt. Es werden Gäste ausgeladen, weil deren Verbrauch auf die eigenen Mengen angerechnet werden, es wird auf das Baden verzichtet und anstelle dessen kurz geduscht und die Landwirte müssen auf die Bewässerung ihrer Felder verzichten. Private Gärten haben schon lange kein Wasser mehr gesehen und die Autos werden in die Waschanlage gefahren. Für viele Deutsche schon lange gängige Praxis.

Bildschirmfoto 2014-06-22 um 18.42.56Die Experten fürchten, dass die Trockenheit anhält und weitere Beschränkungen notwendig werden. Dabei geht es jetzt schon an die Verteilung der Wasserrechte. Die Rationierung Outingdale folgt einer Kürzung der Wasserrechte durch die staatliche Wasserkontrollbehörde, dem State Water Resources Control Board. Sie legt fest, welche Wassermengen von den Wassernutzern, also Versorgern, Landwirten und anderen Rechte-Inhabern entnommen werden dürfen. Landesweit wurden über 9.500 Kürzungen ausgesprochen. Wer als Landwirt jetzt weniger Wasser zur Verfügung hat, dessen Ernte wird bedroht. Dann könnte er sich die Wassermengen oder Rechte von seinen Nachbarn kaufen, aber die werden diese selber dringend benötigen. Mittlerweile wirkt sich die Entwicklung schon auf die Wasserreserven der Feuerwehren aus. Denn auch sie brauchen genügend Wassermengen, um Brände löschen zu können. Die Gefahr hierfür steigt mit zunehmender Trockenheit.

Einem aktuellen Monatsbericht der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zufolge wird Kalifornien mindestens bis September im Würgegriff der Trockenheit verbleiben. Wie auch immer, es dürfte in den nächsten Wochen im Süden von Kalifornien noch heiß hergehen.

Hintergründe:
http://www.sacbee.com/2014/06/22/6502072/pain-of-californias-water-shortage.html#storylink=cpy
http://droughtmonitor.unl.edu/Home/RegionalDroughtMonitor.aspx?west
http://www.scientificamerican.com/article/epic-drought-in-california-unlikely-to-ease/
http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/
http://www.waterboards.ca.gov/waterrights/water_issues/programs/ewrims/#db
Beispiel für eine Wasserlizenz: http://swrcb2.waterboards.ca.gov/ewrims/wrims-data/l001338%20a006038.pdf

Was meinen Sie dazu?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.