Premiere des StartUp-Wettbewerb JUNIOR WATER JUMP und seine ersten Sieger

StartUps im europäischen Wassersektor haben im Vergleich zu anderen Sektoren noch Nachholbedarf beim Zugang zu Investoren. Daher wurde in diesem Jahr in Mülheim an der Ruhr der JUNIOR WATER JUMP aus der Taufe gehoben. Dieser soll jungen UnternehmerInnen mit Wasserfokus eine Chance zu geben, sich bei Unternehmen und Investoren bekannt zu machen. Anläßlich der diesjährigen 3. Water JPI Conference wurde der Wettbewerb ausgeschrieben. Bei der hybrid ausgerichteten Veranstaltung, die am 17. November 2021 in Mülheim an der Ruhr stattfand, erhielten die Gewinner dieses erstmalig ausgetragenen europäischen Wasser-StartUp-Wettbewerbs ihre Preise.

Im Juni 2021 waren europäische StartUps und junge Unternehmen aufgerufen worden, sich in einem zweistufigen Verfahren mit einer Beschreibung ihrer Idee und einem dreiminütigen Videopitch eine international besetzten Jury zu stellen. Das Thema war angelehnt an dem Motto 3. Water JPI Conference “FROM RESEARCH TO PRACTICE: POLLUTANTS, PATHOGENS AND ANTIMICROBIAL RESISTANCES IN THE WATER CYCLE”, in derem Rahmen der Wettbewerb stattfand.

In das Finale hatten es letztlich zwei Teams aus dem breit aufgestellten Teilnehmerfeld aus insgesamt fünf Nationen geschafft. Als Gewinner benannt wurden die Unternehmen RESISTOMAP aus Finnland und ColFerroX aus Deutschland. Diese beiden konnten die sechsköpfige Jury aus Wissenschaftlern und Unternehmern überzeugen. In den beiden Water JPI Konferenz-Sessions hatten die beiden Finalisten Gelegenheit sich und ihre Lösungen persönlich und mit ihren Videos vorzustellen. Beide stießen auf sehr positive Resonanz.

Der Ausgang:

  • Der 1. Preis in Höhe von 13.000 Euro ging an RESISTOMAP. Diesen Preis hatten die Unternehmen RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft und SKION Water gesponsert.
  • Der 2. Preis, ein Business Coaching von und mit ISLE UTILITIES, ging an ColFerroX
Der 1. Sieger: Jesse Majlander (Resistomap – 2. v.links) – zwischen den Sponsoren Reinhold Hübner (SKION Water) und Dr. Franz-Joseph Schulte (RWW) und die Moderatoren David Bargiel und Loretta Stern (Foto: Gendries)

Von der Idee zum Wettbewerb

Vor vier Jahren entstand am Rande der Bewerbung der Stadt Mülheim an der Ruhr um die Austragung einer europäischen Wasserkonferenz die Idee eines Start-Up-Wettbewerbs. Als Co-Initiator dieses Vorhabens hatte ich mir vergleichbare Wettbewerbe angeschaut, dort spielten Wasserthemen allerdings keine Rolle, wie mir die Initiatoren berichteten. Bei meinem Besuch der WATEC in Tel Aviv kam ich ins Gespräch mit jungen Wasserunternehmen der „StartUp-Nation“ Israel. Diese machten ihre Erfolge nicht so sehr an staatlicher Forschungsförderung, sondern insbesondere an der Unterstützung beim Zugang in den Markt und zu Investoren fest. Crowd-Funding-Plattformen wie Kickstarter & Co. stellten sich nach näherer Betrachtung als ungeeignet dar. So entstand die Idee eines speziell auf die Wasserthematik ausgerichteten StartUp-Wettbewerb, wir tauften ihn JUNIOR WATER JUMP.

Im Kern des JUNIOR WATER JUMP steht die Frage: „Wie können aus guten Ideen und Forschungsergebnissen erfolgreiche und nachhaltige Geschäftsmodelle für die Bewältigung der Wasserprobleme werden?“. Damit soll jungen Unternehmen und EntrepreneurInnen im europäischen Wassersektor die Gelegenheit geboten werden, mit ihren Ideen zur Bewältigung der Wasserprobleme nicht nur lukrative lukrative Preise, sondern insbesondere die Aufmerksamkeit von Unternehmen und Investoren zu gewinnen. 

Das Sieger-Duo des ersten Wettbewerbs waren jedenfalls begeistert und auch von anderen Beteiligten, wie dem Bundesforschungsministerium aus Ausrichter der 3. Water JPI Conference, den Sponsoren, den Jurymitgliedern und aus der Branche sowie der Forschungslandschaft erhielten wir viel Zuspruch. Das sehen auch die teilnehmenden Unternehmen so. Gefragt, wie er den Bedarf für derartige Wasser-Wettbewerbe einschätze, erklärte Jesse Majlander von Resistomap, dass es hier großen Nachholbedarf gäbe. Er unterstreicht dies mit den Worten, „it is important to companies like us to showcase our work“. Angesichts dieser Resonanz sind die ersten Vorüberlegungen für den nächsten JUNIOR WATER JUMP schon im Gange.

Die 2. Sieger: Prof. Dr. Rainer Meckenstock, Dr. Sadjad Mohammadian und Dr. Beate Krok (ColFerroX – ab 2. v. links), neben Lauren Former (Sponsor ILSE UTILITIES – links) sowie Jesse Majlander (Resistomap – 2. v. rechts) und Reinhold Hübner (SKION Water) (Foto: Gendries)

Die innovativen Lösungen der beiden Gewinner

Die Ideen, die den beiden Unternehmen zum Erfolg verholfen haben, seien nachfolgend kurz beschrieben (in einem späteren Beitrag wird noch eine Vorstellung der beiden Unternehmen folgen).

Mit der Entwicklung von ResistApp war es dem finnischen Team von RESISTOMAP gelungen, auf Basis der quantitativen PCR ein Frühwarnsystem zu entwickeln, das es Krankenhäusern ermöglicht, Vorab-Screenings und Isolierungen als vorbeugende Maßnahmen durchzuführen und die Ausbreitung von Infektionen mittels Abwasseranalysen zu begrenzen und ganz zu verhindern. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass die abwasserbasierte Überwachung Daten liefern kann, die sonst nur schwer zu erhalten sind, und das einfachste Mittel ist, um umfassende Informationen über die Prävalenz von Resistenzen in Krankenhäusern zu erhalten. Die ResistApp ist einzigartig, da sie eine hochmoderne mikrobiologische Technologie mit den besten Visualisierungstechniken kombiniert, um die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen verständlich und vermeidbar zu machen. Die Plattform ermöglicht es den Nutzern, detaillierte Informationen über das Ausmaß der Antibiotikaresistenz ihrer Proben zu erhalten und das Ausmaß der Resistenz zwischen den einzelnen Proben und im Zeitverlauf zu vergleichen.

ColFerroX ist spezialisiert auf die innovative Reinigung von Grundwasser, Böden und Abwasser mit Hilfe von kolloidalen Eisenoxid-Nanopartikeln. das Unternehmen mit Sitz in Mülheim an der Ruhr hat eine In-situ-Sanierung von kontaminierten Standorten zum Schutz des Grundwassers entwickelt, die nur minimale Eingriffe erfordert. Die Behandlung kann an aktiven Industriestandorten innerhalb weniger Tage durchgeführt werden. Dank ihrer Flexibilität ist die ColFerroX-Technologie in vielen Bereichen anwendbar, von der Sanierung spezifischer Schwermetallverunreinigungen wie Arsen bis hin zur Beseitigung von Kadmiumverunreinigungen in der Landwirtschaft, was das große Potenzial der Technologie für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen belegt. Auf wirtschaftlicher Ebene bietet die Technologie eine Lösung für das Recycling von städtischen Gebieten wie Brachflächen, indem sie Verunreinigungen lokal einfängt und so die Verfügbarkeit von Industriestandorten in ganz Europa erhöht.

Die Sponsoren, Unterstützer und Organisatoren des JUNIOR WATER JUMPs:

Hier geht es zur 3. Water JPI Conference- und zur JUNIOR WATER JUMP-Website

Beitragsfoto: Gendries

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