Wie sich hygienische Risiken beim Betrieb von Wasserspendern vermeiden lassen

In vielen Arztpraxen, Geschäften oder öffentlichen Gebäuden stehen Wasserspender. Nicht nur bei sommerlicher Hitze erfreuen sich diese Geräte für den „kleinen Durst“ anhaltender Beliebtheit. Aber mit dem Betrieb sind auch hygienische Risiken verbunden – für die „Wassertrinker“ und die Betreiber. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat soeben Empfehlungen für den hygienisch einwandfreien Betrieb von Wasserspendern veröffentlicht. Dabei geht es in erster Linie um jene frei stehenden Geräte, bei denen die Erfrischung aus einem auf dem Kopf stehenden Vorratsbehälter fließt – so genannte Gallonen-Spender. Früher kannte man sie aus den amerikanischen Spielfilmen, mittlerweile sind aus hierzulande immer häufiger anzutreffen. Dabei gibt’s einiges zu beachten. (Lesezeit ca. 4 Minuten; 680 Wörter & weiterführende Informationen)

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht

Womöglich werden viele Ärzte, die ihren Patienten etwas Gutes tun wollen, oder Ladenbesitzer nicht wissen, dass es sich aus rechtlicher Sicht bei aus Wasserspendern abgegebenen Wässern um Lebensmittel handelt. Damit sind die Betreiber dieser kleinen Anlagen für die Sicherheit des abgegebenen Wassers mitverantwortlich, und müssen dafür Sorge tragen, dass die freistehenden Wasserspender so betrieben werden, dass das Wasser nicht nachteilig beeinflusst wird. Das gilt übrigens genauso für den Betreiber einer Trinkwasseranlage in einem Gebäude, nämlich den Vermieter.

Wasser ist nicht keimfrei. Keime wachsen, wenn es warm ist. In Folge dessen kann der Keimgehalt von Wasser in Behältern insbesondere bei erhöhter Umgebungstemperatur ansteigen (z. B. durch sommerliche Temperaturen, Raumtemperatur oder Sonneneinstrahlung). Zudem können Krankheitserreger in das abgefüllte Wasser gelangen, wenn die Zapfanlagen nicht ausreichend gereinigt oder gewartet werden und dadurch verunreinigt sind. Deshalb kann der Konsum dieses Wassers für Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation, ihres noch jungen bzw. schon hohen Alters oder wegen der Einnahme bestimmter Medikamente für Infektionen besonders empfänglich sind, bei falscher Handhabung der Wasserspender zu einem Gesundheitsrisiko werden.

Gallonen-Wasserspender

Geräte und ihren Standort mit Sorgfalt auswählen

Schon bei der Auswahl des Gerätes können Fehler gemacht werden, wenn nicht auf die Qualität und die Sicherheit geachtet wird. So erklärt das BfR, dass aus hygienischen Gründen Geräte zu bevorzugen sind, die keinen frei zugänglichen Wasser-Auslaufhahn (Zapfhahn) besitzen. Dies gilt insbesondere für Aufstellorte, an denen sich Kinder oder Haustiere aufhalten. Durch das Berühren des frei zugänglichen Zapfhahns könnten sich dort nämlich Keime ansiedeln und in der warmen und nassen Umgebung in bedrohlichem Umfang wachsen. Auch die Trinkbecher sollten geschützt sein, vorzugsweise sollte man sie nur aus einem Spender entnehmen, ohne die zurückbleibenden Trinkbecher berühren zu können. So bleiben diese für Verunreinigungen geschützt.

Da der Aufstellort einen großen Einfluss auf den hygienischen Betrieb freistehender Wasserspender hat, sollten diese nur in trockenen und staubarmen Räumen aufgestellt werden, die vom Personal gut überwacht werden können und ausreichend Platz für Reinigungs- und Wartungsmaßnahmen des Geräts bieten. „Eine Erwärmung des Wassers durch Heizkörper oder Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden“, klärt das BfR auf. Wärme und Feuchtigkeit bieten wiederum gute Bedingungen für das Wachstum von Keimen.

Auf die richtige Pflege kommt es an

Freistehende Wasserspender müssen mehrmals im Jahr gründlich gereinigt und desinfziert werden. Die Häufigkeit, die Art und der Umfang der Reinigung und Desinfektion sind abhängig vom Gerät, vom Standort und der Nutzungsintensität. Wer sicher gehen will, dass eine Wartung stattfindet, der findet zumindest mit dem am Gerät befestigten Wartungsplan eine Orientierung. Wie gut die Reinigung war, läßt sich so natürlich nicht beurteilen. Wenn dieser Plan fehlt, sollte man besser auf das Trinken des Wassers verzichten.

Das BfR hatte schon 2005 Untersuchungen von frei stehende Gallonen-Wasserspendern durchgeführt und dabei festgestellt hatte, dass sie mit Keimen belastet waren (Mitteilung des BfR klick hier!). Als Ursache wurden damals unzureichende Wartungen und unzureichende Hygienemaßnahmen festgestellt. Dadurch war das Wachstum von Keimen begünstigt worden. Mehr als 10 Jahre später wurde das Thema erneut aufgegriffen.

Leitungsgebundene Wasserspender als sicherere Alternative 

Wer „auf Nummer Sicher“ gehen will, der greift zum leitungsgebundenen Wasserspender. Auch diese Geräte müssen regelmäßig gewartet werden, aber das Wasser kommt frisch aus der Trinkwasserleitung und wartet nicht in einem Kunststoffbehälter, der sich erwärmen kann, auf die Entnahme. Zumeist werden die Geräte von Wasserversorgern und Stadtwerken mit einem Wartungsvertrag angeboten und damit ist man auch beim Hygienethema auf der sicheren Seite.

Hier geht es zu den aktuellen Empfehlungen des BfR zu frei stehenden Wasserspendern

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