Wasserkrise auf der Krim – Droht ein neuer Konflikt zwischen Russland und der Ukraine?

Der seit 2014 schwelende Krim-Konflikt zwischen Russland und der Ukraine könnte erneut aufflammen. Auslöser ist die Wasserkrise auf der Halbinsel im Schwarzen Meer. Als unmittelbare Reaktion auf die Annexion hatte die Ukraine die Wasserlieferung gestoppt. Auch wenn die Trockenheiten der vergangenen Sommer die dramatische Wasserknappheit verschärft haben, der „Klassiker“ vieler Wasserkrisen liegt in der Ineffizienz der Versorgungssysteme – da ist die Krim keine Ausnahme. Russland und die Regierung der Krim haben eine humanitäre Krise ausgerufen. Beobachter befürchten eine neuerliche Eskalation. In der vergangenen Woche hat das EU-Parlament Position bezogen. Dieser Beitrag versucht, die Ursachen zu beleuchten und die Folgen zu skizzieren.

Ursache 1: „Nord-Krim-Kanal“ – Ukraine hat nach Annexion der Krim die Wasserbelieferung gestoppt

Zwar ist die Krim keine wasserreiche Region, aber sie konnte sich jahrzehntelang auf Wasserlieferungen vom ukrainischen Festland verlassen. So wurden seit den 60er Jahren mehr als eine Milliarde Kubikmeter Wasser jährlich durch den offenen „Nord-Krim-Kanal“ gepumpt. Dieser Kanal führte das Wasser aus dem Dnepr, einem 2.200 Kilometer langem Strom, der von Russland über Belarus in die Ukraine fließt, das lebensnotwendige Wasser in den Norden der Krim. Dort reichten die eigenen Ressourcen für die stets schon wasserintensive Landwirtschaft nicht aus. Unter der zunehmende Klimafolgen fehlte den Regenwasserreservoirs der Nachschub, womit der Bedarf eher stieg. Im vergangenen Sommer erlebte sie die gewaltigste Trockenheit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 150 Jahren.

Aber als die Halbinsel an Russland „verloren“ ging, baute die Ukraine Dämme in den Kanal und stoppte so die „Lebensader“. Die Versorgungslage auf der Krim verschlechterte sich dramatisch. Mit der Wasserblockade verlor die Krim 86 Prozent des erforderlichen Wassers.

Der „North Crimean Canal“ – die Lebensader der Krim (Q: Euromaidan Press)

Die Folgen der Einstellung der Belieferung sind mittlerweile dramatisch. Weil der Regen ausblieb, haben die Stauseen bisher unbekannte Niedrigststände erreicht. In einigen der 22 Stauseen liegt der Wasserstand berichten zufolge bei einem Drittel des Normalzustandes. In einer zunehmenden Anzahl an Regionen hätte daher das Trinkwasser für die Bevölkerung rationiert werden müssen. Es mehren sich die Städte, in denen nur noch an sechs Stunden täglich Trinkwasser entnommen werden kann – jeweils morgens drei und nachmittags drei. Die größte Not würden Tankfahrzeuge lindern. Mit „Wasserampeln“ sollen künftig Verbraucher auf kritische Versorgungslagen hingewiesen werden.

Die ukrainische Regierung rechtfertigte den Stopp der Belieferung Presseberichten aus der Ukraine zufolge mit finanziellen und völkerrechtlichen Gründen. Eine Fortsetzung der Belieferung durch die Ukraine, käme einer Anerkennung des Status Quo auf der Krim gleich, berichten die Medien. Zudem soll die Krim Zahlungen schuldig geblieben sein.

Ursache 2: „Landwirtschaft“ – Wasserintensiver Anbau von Reis in der Steppe

Obwohl die Krim in weiten Teilen Steppengebiet ist, wird eine Landwirtschaft betrieben, die eher auf regenreiche Regionen passen würde. So war Reis die bedeutendste Feldfrucht. So ist der Agrarsektor mit über 70 Prozent des Gesamtwasserbedarfs der größte Abnehmer. Jetzt leidet er doppelt: unter der Trockenheit und den Lieferstopp. Eine Folge der Übernutzung der Grundwasserressourcen ist die Versalzung. In dem Maße wie das Süßwasser entnommen wurden, drang im Laufe der Zeit immer mehr Salzwasser in die Kavernen ein. Nicht nur Reispflanzen stehen dann massiv unter Salzstress – Ernteeinbußen bis hin zu nicht mehr nutzbaren Feldern sind die Folge. Auch angesichts des Wassermangels musste die Notbremse gezogen werden. Die Anbauflächen wurden massiv reduziert, neben Reis auch für Getreide und Soja. Damit schrumpfte die Agrarfläche auf der Krim von 402.000 Hektar zu UdSSR-Zeiten bis 2013 auf 140.000 Hektar und ging 2018 auf etwas mehr als Zehntel, auf 18.000 Hektar, zurück. Zu spät, heißt es bei Beobachtern, hätte die Krim reagiert und sich zu sicher gefühlt, dass die Wasserleitungen offen bleiben. Ein weiterer Umbau der Landwirtschaft wird unvermeidbar sein.

Ursache 3: „Wasserverluste“. Die Hälfte des Wasser geht durch undichte Leitungen verloren

Eine weitere Episode betrifft den Zustand der Wasserinfrastruktur. Kritikern zufolge hat Russland die Krim nach deren Trennung von der Ukraine massiv mit Infrastrukturinvestitionen unterstützt — nur Wasser wurde demnach vernachlässigt. Zwar seien Autobahnen gebaut, Häfen – auch aus militärstrategischen Gründen – erweitert und eine Brücke zum russischen Festland errichtet worden, die Wasserinfrastruktur wurde in ihrem Zustand belassen. Und dieser war katastrophal. Solange das Wasser über den Kanal kam, zeigte man sich offenbar entspannt. Unter den neuen Bedingungen ist nun Effizienz gefragt. Aber wie soll das gelingen? Die Mentalität ist nicht vorhanden. Wer in den UN-Water-Statistiken Daten über die Ukraine (und die Krim) sucht, tut dies vergeblich. Die Datenerfassung und damit das Management sind nur unzureichend, sie sind nicht vorhanden. So müssen Schätzungen reichen. Demnach gehen auf der Krim 47 Prozent des Wassers durch defekte Leitungen verloren (in Deutschland ist es rund ein Zehntel dieser Größenordnung). Für einen Liter der verbraucht werden soll, müssen zwei geliefert werden. Die Löcher müssen gestopft werden. Zweidrittel der fast 14.000 Kilometer Leitungsnetze sind stark sanierungsbedürftig. Die Erneuerung der maroden Netze dürfte noch mehrere Generationen dauern. Ein Prozent Erneuerungsrate, wie in 2019, sind zu wenig, damit gelänge bestenfalls der Erhalt des Status Quo – damit würde sich nichts ändern. das Fazit aus diesen wenigen Daten und seien sie noch so unsicher dürfte klar sein. Die Krim braucht ein Management der Wasserressourcen und der Assets, womit die Fehler der Vergangenheit behoben und die Region resilient gegen die Folgen des Klimawandels gemacht werden kann.

Ursache 4: „Sonderbehandlungen“. Russisches Militär und Industriesektoren werden bevorzugt

Eine weitere Ursache der Wassernot brachte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in Spiel. Er erklärt in den Medien, der Mangel an Trinkwasser auf der Krim sei darauf zurückzuführen, dass der größte Teil davon von russischen Militärstützpunkten und der Industrie auf der besetzten Halbinsel verbraucht werde. „Tatsächlich gibt es auf der Krim genug Wasser für die Zivilbevölkerung“, so Kuleba. „Das Wasserproblem entsteht durch einen starken Anstieg des Verbrauchs durch Militärstützpunkte und Industrie. Daher ist alles sehr einfach: Krim entmilitarisieren, aufhören daraus ein „Atomboot“ zu machen, und alles wird gut“, wird Kuleba von ukrainischen Medien zitiert. Zumindest einige Fakten scheinen die Sichtweise zu bestätigen. Im Süden der Krim liegt der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, in der 400.000-Einwohnerstadt Sevastopol. Berichten zufolge gäbe es dort keine Engpässe, im Gegenteil, der Wasserbedarf des Militärs habe Engpässe in anderen Regionen verschärft. Schätzungsweise 60.000 auf der Halbinsel stationierte russische Militärangehörigen sowie die wasserintensive chemische Industrie würde die Knappheit erhöhen, wird von ukrainischen Medien berichtet.

Eigentlich müssten die verfügbaren Wasserressourcen ausreichen, um die Bevölkerung der Krim ohne die Lieferung aus der Ukraine zu versorgen, denn deren anteiliger Wasserverbrauch liegt bei lediglich 16 Prozent. Zumindest die humanitäre Krise wäre so zu bewältigen. Die in den ukrainischen Medien angeführte Zuwanderung aus Russland läßt sich zumindest aus den offiziellen Daten nicht belegen, wonach die Bevölkerungszahl auf der Halbinsel in den vergangenen 20 Jahren um 40.000 Einwohner gewachsen ist, auf nunmehr 2,4 Millionen Einwohner.

Ursache 5: „Technologiedefizite und späte Planung“ – Die Zeit für Alternativen könnte zu knapp werden

Seit der Blockade des Wasserkanals in 2014 hat Moskau an mehreren Lösungen für die Wasserknappheit auf der Krim gearbeitet. Es soll es zwar Pläne geben, bis 2025 eine autonome Wasserversorgung auf der Krim zu errichten, aber nicht nur die Zeit spielt gegen Moskau und seine Partner auf der Halbinsel im Schwarzen Meer. Entweder fehlt das Geld oder die Technologie – oder beides. Ein Projekt zum Bau einer Wasserleitung, die die Krim aus dem Stausee bei Krasnodar mit Wasser versorgen würde, wurde als unrealistisch und überteuert verworfen. Über 200 Kilometer wären zu überwinden. Neue Technologien wie aus der Luftfeuchtigkeit kondensiertes Wasser zu gewinnen oder die Regenfälle künstlich zu erzeugen, dürften nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein.

In anderen Weltregionen wie im Nahen Osten oder in Kapstadt wird vermehrt auf die Meerwasserentsalzung zurückgegriffen.

Die Krimbehörden suchen ebenfalls nach eigenen Lösungen und haben beschlossen, eine Entsalzungsanlage zu errichten. In den Protokollen des Wasserministeriums der Regierung der Krim findet man bis 2017 konkrete Erwähnungen des Themas „Entsalzung“.

Das Staatliche Komitee für Wasserwirtschaft und Landgewinnung der Republik Krim prüft die Frage der Wasserversorgung von Siedlungen und Bewässerung in den Gebieten der Gemeinden der Republik unter Verwendung von entsalztem Meerwasser und gereinigtem (entsalztem) Grundwasser.

Protokoll zum Treffen des Staatsministeriums für Wasserwirtschaft mit Vertreten der Gemeinden, 10.2.2107

Die Gespräche, das dokumentieren staatliche Protokolle und Berichte, fanden unter Einbeziehung von Entsalzungsexperten aus Kasachstan statt. Der Nachbarstaat Russlands am Kaspischen Meer betreibt seit 2008 in Aktau eine Meerwasserentsalzungsanlage. Und dennoch, Fortschritte sind nicht zu registrieren. Weder bei der Staatlichen Entwicklungsbehörde der Krim noch beim Wasserministerium der Republik Krim sind seit 2017 weitere Hinweise zu Entsalzungsprojekten zu finden. Ein deutscher Experte, Hans-Ulrich Baldes, von der auf Entsalzungsanlagen spezialisierten Firma Sobek-Tec aus dem Raum Aachen, versucht mir die Hintergründe aufzuschlüsseln. „Russland hat vermutlich gerade andere Themen auf der Agenda“, erklärt er mir auf Anfrage und präzisiert, „das Thema Meerwasserentsalzung wird aktuell nur politisch getrieben.“ Ein Vorschlag, den das deutsche Unternehmen einem Investmentpartner schon 2017 vorgeschlagen hatte, war nicht aufgegriffen worden. Mittlerweile gäbe es mit mobilen Entsalzungsanlagen auf Tankern sogar Lösungen, die sicherheitspolitisch flexibel wären und die Küste an verschiedenen Einspeiseorten versorgen könnten. Baldes’ Unternehmen hat sich auf derartige Anlagen spezialisiert. Partnerschaftliche Projekte zur Bewältigung einer humanitären Krise, so seine Hoffnung, müssten möglich sein. Damit spielt er auf die Krim-Sanktionen an. Sie bestehen seit der Annexion im Jahr 2014. Wenn der Blick zu den internationalen Experten geht, kommen Russland und die Krim an Lieferanten aus den USA, Israel und Japan kaum vorbei. Damit steckt die Krim in einem Dilemma und das Thema gewinnt weiter an Brisanz. 

Ende letzten Jahres gab der russische Premierminister Michail Mischustin bekannt, dass die russische Regierung fünf Milliarden Rubel (64,5 Millionen US-Dollar) für die Behebung von Wasserversorgungsproblemen ausgeben werde. Das klingt nicht nach großem Investment.

Die Folgen 1: „Humanitäre Krise wird durch Corona-Pandemie verschärft“

Anläßlich der Corona-Infektionen mehren sich die Klagen der Repräsentanten der Krim, die den humanitären Notstand ausrufen und bei den Vereinten Nationen um Intervention bitten. Der russischen Nachrichtenagentur RIA zufolge wandte sich Natalia Poklonskaya, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der russischen Staatsduma, im Juni vergangenen Jahres mit einem Brief an die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, mit der Bitte, die „kriminellen Handlungen der ukrainischen Behörden“ zu verurteilen, die einseitig die Versorgung der Krim mit Wasser unterbrachen, und Maßnahmen zu ergreifen, um die Versorgung des Dnjepr-Wassers über den Nord-Krim-Kanal wieder aufzunehmen.

Bei den Ukrainern stossen sie weiterhin auf Widerstand in der Wasserfrage. Vertreter der ukrainischen Behörden sollen wiederholt erklärt haben, dass sie die Wasserversorgung der annektierten Krim nicht wieder aufnehmen würden. In diesem Sommer erklärte der Chef der ukrainischen Regierung, Denys Shmyhal, dass „die Wiederaufnahme der Wasserversorgung über den Nord-Krim-Kanal nicht auf der Tagesordnung steht und nicht Gegenstand von Verhandlungen sei“.

Die Folgen 2: „Wasserkrise und das Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland“

War die Lage schon durch die Wasserknappheit und die Trockenheit dramatisch, so erfuhr sie durch die Corona-Pandemie eine zusätzliche Verschärfung. Zunächst einmal könnte das Fazit dieser Ursachenanalyse „Selbstverschulden“ lauten! Aber so einfach wird es nicht sein. Es gibt Stimmen – nicht überraschend in erster Linie aus der Ukraine -, die behaupten, dass Russland und die Krim diese Entwicklung sogar gezielt lanciert hätten. So könne der Notstand, unterstützt von einer internationalen Entrüstung über das Abschneiden der „Wasserader“ durch die Ukraine, die Rechtfertigung für einen russischen Zugriff auf den Nord-Krim-Kanal bieten oder sogar rechtfertigen, wenn nach dem Krieg in der Ostukraine, jetzt ein 60 Kilometer breiter Streifen im Süden des ukrainischem Territoriums zum Sicherungsareal annektiert werden „müsse“.

Tweet mit der russischen Aufforderung an die UN aus humanitären Gründen die Wasser-Blockade der Krim zu stoppen
https://twitter.com/mission_russian/status/1306246341232820224?s=21

Die Folgen 3: „Europäisches Parlament bezieht Position

Am 11. Februar 2021 hat das Europäische Parlament sich in seiner Entschließung zur Umsetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine zu dem Wasser-Notstand auf der Krim geäußert. Die Parlamentarier in Brüssel schliessen sich der Sichtweise der Ukraine an und fordern Russland zum Handeln auf. Demnach „weist (das Europäische Parlament) darauf hin, dass gemäß dem humanitären Völkerrecht inzwischen die Russische Föderation – als Besatzungsmacht – umfassend dafür verantwortlich ist, den Bedürfnissen der Bevölkerung der vorübergehend besetzten Halbinsel Krim, einschließlich ihrer Wasserversorgung, gerecht zu werden; (…)“.

Die Folgen 4: Kein Durchblick

Wer versucht, den Konflikt um die Wasserversorgung der Krim mit einem neutralen Blick zu beurteilen, der ist – wenn er wie ich in Deutschland sitzt-, auf sicher nicht ganz so objektive Berichterstattungen aus der Ukraine, Russland und der Krim angewiesen. Schon auf den ersten Blick läßt sich erkennen, dass eine Wahrheit nicht gibt. Es kann auch gar nicht der Anspruch dieses Beitrages sein, diese zu finden oder gar Position zu beziehen. Und dennoch kommt man nicht umhin, die eine oder andere Position kritischer zu hinterfragen – ohne dass Antworten zu erwarten wären. Dabei ist es bemerkenswert, dass sich nur rd. 2.500 Kilometer entfernt ein Konflikt aufzuschaukeln droht, der aus dem Zündeln erneut einen Flächenbrand erzeugen könnte. Wasser, man sehe mir die Metapher nach, ist nicht nur zum Löschen da. Obwohl es eine Vielzahl von Beispielen gibt, wo grenzüberschreitende Wasserkooperationen auch Kriege und feindliche Auseinandersetzungen überstanden haben, scheinen die Fronten zwischen den Antagonisten bei der Krim-Frage verhärtet zu sein.

Der Ausblick: die Hoffnung

Aber bleiben wir zuversichtlich. Gehen wir davon aus. dass eine De-Eskalation erreicht wird und die ehemaligen Gegner einen Konsens finden, der die Wasserkrise auf der Krim beendet. Der russische Präsident Putin sei bereit, so wird zitiert, die wirtschaftlichen Erwartungen der Ukraine am Verhandlungstisch anzuhören. Die Wasser-Frage soll zumindest bei der für August 2021 anberaumten „Krim-Plattform“ auf der Agenda stehen. Dort werden die Ukraine und Russland an der Lösung vieler Fragen arbeiten – hoffentlich gelingt der Konsens – insbesondere in der Wasserfrage. Der Ausblick muss nicht trostlos sein.

Q: https://twitter.com/MJ_Cruickshank/status/1357696266298421248

Weiterführendes/Quellen

2 Kommentare

  1. Ein sehr interessanter Bericht, vielen Dank. Die Ursachen liegen nicht nur in der kriminellen Annektionspolitik Russlands, sondern reichen natürlich weit in die Zeit zurück, als die Krim noch Staatsgebiet der Ukraine war. Aber in jedem Fall ist Missmanagement mit der Ressource Wasser auch hier das Thema: Die Infrastruktur völlig vernachlässigt, Fehler in der Landwirtschaft, Bevorzugung staatlicher/militärischer Einrichtungen, etc. Die Bevölkerung muss -wie leider immer- darunter leiden. Bleibt zu hoffen, dass diese Krise nicht zu einem Krieg führt. Ähnlich kritische Konstellationen gibt es auch einigen anderen Orten der Welt: Der Kampf ums Wasser hat gerade begonnen.
    Die Information, dass die nutzbare Agrarfläche auf 18.000ha, gleich 180km2 zurückgegangen ist, kann angesichts einer Gesamtfläche von 26.000km2 eigentlich nicht richtig sein.

    • Danke für den Kommentar. Die Daten beziehen sich gemäß Jamestown.com auf das russische Agrarministerium. Werde es noch einmal checken. „The severe impact of these water shortages on local agriculture becomes clear when comparing the amount of irrigated land on the peninsula over time. During the Soviet period, it reached 402,000 hectares; before the annexation, in 2013, the area still covered 140,000 hectares. But by 2014, it was only 17,000 hectares, which bottomed out at 10,000 in 2015. Those amounts have rebounded slightly since then: 14,000 hectares in 2017, and 17,000 in 2018 (Rk.gov.ru (https://rk.gov.ru/ru/article/show/4070), December 26, 2017)“

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