Tesla: Bietet US-Unternehmen Lösung für Wasserprobleme in Brandenburg?

Tesla und die Giga-Factory in Grünheide. Naturschützer und große Teile der Bevölkerung laufen dagegen Sturm. Auslöser ist der erwartete Giga-Wasserverbrauch des E-Auto-Pioniers. Bekanntlich ist Brandenburg nicht mit Wasserreichtum gesegnet. Dessen ungeachtet lachte Tesla-Chef Elon Musk bei einem Treffen mit CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in der vergangenen Woche ungebremst über die Frage nach dem Wasserproblemen. Vielleicht wußte der Top-Manager auch von einer Meldung des börsennotierten US-Technologieunternehmen Energy And Water Development Corp EAWD mit einem Sitz in Hamburg. Gemäß der Mitteilung vom 16.8.2021 werde EAWD bis zu 5 Millionen Liter Wasser pro Tag an die Gemeinde Grünheide liefern. Dieses Wasser soll aus Kondensationsanlagen stammen, die die Luftfeuchtigkeit umwandeln.

CDU-Kanzlerkandidat Laschet und Tesla-CEO Musk auf die Frage nach der Wasserknappheit in Grünheide (Q. rbb24)

„Um die Wasserressourcen der Gemeinde zu schützen und das für dieses Wachstum benötigte Wasser bereitzustellen, haben die Verantwortlichen der Stadt Verhandlungen mit der Energie- und Wasserentwicklungsgesellschaft (EAWD) über den Bau von drei großen mit Solar betriebenen atmosphärischen Wassergeneratoren (eAWG) aufgenommen. Diese Anlagen ist in der Lage die Gemeinde mit täglich bis zu 5 Millionen Litern Wasser zu versorgen und ist ausbaufähig um einen möglichen größeren Bedarf in Zukunft abzudecken.“ Der Mitteilung zufolge verwenden die eAWGs von EAWD spezielle Sonnenkollektoren, um eine hocheffiziente Kühltechnologie zu betreiben. Genau da liegt das Problem derartiger Luft-Wasser-Anlagen (Extraction of water from air): sie sind energieintensiv. Um nicht ein „neues Fass aufzumachen“, soll die Energie regenerativ gewonnen werden.

Das Ablaufdiagramm beschreibt die Wassergewinnung (Q: EAWD)

Laut der Mitteilung von EAWD erklärt Grünheides Bürgermeister Arne Christiani: „In Zusammenarbeit mit EAWD zeigen wir der Welt die Zukunft der Wasserinfrastruktur. Dies wird unseren Bürgern und ansässigen Firmen täglich Millionen Liter frisches, sauberes Wasser zur Verfügung stellen und gleichzeitig die Seen und Flüsse schützen, welches diese Region so besonders macht und auszeichnet.“

Meine heutige telefonische Anfrage bei der Hamburger Dependance des US-Unternehmens blieb trotz gegenläufiger Zusage leider unbeantwortet. So bleibt die Frage nach den Kosten für ein derartiges Projekt und nach dessen Entwicklungsstand leider unbeantwortet. (Nachtrag vom 19.8.: der Geschäftsführer rief mich zurück und beantwortete meine Fragen. Näheres dazu später). Es wird sicher zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Gelegenheit geben, das Thema aufzugreifen. Jedenfalls sind weitere Stimmen angefragt.

Übrigens war Börsenkurs des Unternehmens mit einem Marktwert von 58 Millionen US-Dollar am Tag der Veröffentlichung der Mitteilung um 28 Prozent angestiegen.

Beitragsfoto: 2211438 auf Pixabay

3 Kommentare

  1. Luft, die Atmosphäre lässt kein Vacuum zu. Wolken sind ab 500 Metern anzutreffen und wir operieren auf ground level. Abgesehen das wir 10% mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre heute im Vergleich vor fünf Jahren vorfinden, diese 10% an mehr Wasser in der Luft würde ausreichen die Weltbevölkerung eine Woche mit Trinkwasser zu versorgen. Außerdem wird der water body in der Atmosphäre alle neun Tage komplett neu aufgefüllt. Es ist ein unendlicher Zyklus der nicht unterbrochen werden kann. Und das Wasser ist kein Kunstwasser, es ist wie Regenwasser da es von der gleichen Quelle kommt, der Atmosphere .

  2. Hat eine Anlage dieser Größenordnung keinen Einfluss auf das Niederschlagsgeschehen? Es ist doch die Luftfeuchtigkeit, die an den Sammlern kondensiert, oder? Definitiv keine nature based solution. Wieso soll die Gemeinde das „Kunstwasser“ erhalten und nicht die Firma?

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