Schadstoffe, Krankheitserreger und Antiobiotika-Resistenzen im Wasser – Europäische Fachtagung am 17.11.

Nicht häufig dürfte sich Forschern und Praktikern in der Wasserwirtschaft die Gelegenheit bieten, eine international derart hochkarätig besetzte Fachkonferenz zu Schadstoffen, Krankheitserregern und Antiobiotika-Resistenzen im Wasserkreislauf in Deutschland besuchen zu können. Auf der „3. Water JPI Conference“ am 17. November – in Präsenz in Mülheim an der Ruhr und online werden 150 nationale und internationale Wasserexperten aus Forschung und Entwicklung, Unternehmen, Politik und anderen Interessengruppen erwartet, die ihre Strategien und Erkenntnisse bei der Bewältigung der bedrohlichen Wasserprobleme diskutieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist Gastgeber der 3rd Water JPI Conference. Ziel der internationalen,englischsprachigen Konferenz ist es, den Transfer aus der koordinierten Forschung und die Zusammenarbeit mit der Praxis, beispielsweise zwischen Praktiker*innen und politischen Entscheidungsträger*innen, zu fördern.

Die folgenden zwei Beispiele zeigen, wie spannend die Konferenz-Sessions „Pathogens & AMR“ und „Chemicals“ sein werden und wie Forschung und Praxis gemeinsam die Herausforderungen in der Wasserwirtschaft bewältigen können:

Erstes Session-Beispiel: „COVID-19-Monitoring

Während der COVID-19-Pandemie erwiesen sich die häuslichen Abwasserströme als außerordentlich relevant für die Identifizierung der Ausbreitung des Virus. Die Schnelligkeit, mit der das Vorhandensein des Virus im Abwasser festgestellt und lokalisiert werden konnte, trug zur Eindämmung der Bedrohung und zur Steuerung gezielter Gegenmaßnamen bei. In der internationalen wissenschaftlichen Literatur herrscht allgemein Einigkeit darüber, dass das genetische Material des Virus im Abwasser bis zu mehreren Wochen vor dem sprunghaften Anstieg der Krankenhauseinweisungen nachgewiesen werden kann. 

Rosina Gironés von der Universität Barcelona wird die Entwicklungen beim COVID-19-Monitoring in ihrem Vortrag „Advances in aquatic CoVid monitoring“ vorstellen und Ismahane Remonnay und Adele Lazuka von Veolia Frankreich werden über in ihrem Beitrag „A wastewater – based CoVid early warning system“ über ihre Praxiserfahrungen berichten. 

Diese Beiträge dürften für Teilnehmer*innen aus Bereichen wie Forschung, Politik, Behörden, Wasser/Abwasser und Industrie von größtem Interesse sein.  

Zweites Session-Beispiel: „New Challenges

Die Belastungen durch anthropogene Beeinträchtigungen des Trinkwassers scheinen unaufhaltsam zuzunehmen. Stoffe mit den intrinsischen Eigenschaften „Persistenz“ (P), „Mobilität“ (M) und „Toxizität“ (T) stellen eine zunehmende Bedrohung dar. PM-Stoffe geben daher Anlass zu größter Besorgnis. Um diesen neuen Herausforderungen im Wasserkreislauf zu begegnen, haben sich mehrere Forschungsprojekte darauf ausgerichtet.  

Auf der Grundlage der Ergebnisse eines vorangegangenen Forschungsprojekts PROMOTE wandte ein Konsortium von sechs Partnern neuartige Analysemethoden an, die auf sehr polare, mobile Verbindungen ausgerichtet sind, um PM-Stoffe in allen Kompartimenten des Wasserkreislaufs aufzuspüren und die Wirksamkeit natürlicher und technischer Barrieren (Abwasserreinigung, Untergrundpassage, Trinkwasseraufbereitung) bei der Entfernung von PM-Stoffen zu überwachen. Prof. Dr. Thorsten Reemtsma vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, wird in seinem Beitrag mit dem Titel „PMT chemicals in the aquatic enviroment“ die aktuellen Ergebnisse dieses vielversprechenden Projektes zur Bewältigung der neuen Herausforderungen im Wassersektor vorstellen. In derselben Session wird Regina Gnirß von den Berliner Wasserbetrieben die Fallstudie „Organic pollutants in drinking water resources – a case study from Berlin“ präsentieren.

Dies sind nur zwei Beispiele für die hochrangig besetzten Vortragsformate „FROM RESEARCH TO PRACTICE: POLLUTANTS, PATHOGENS AND ANTIMICROBIAL RESISTANCES IN THE WATER CYCLE“. 

Startup-Wettbewerb mit spannenden Ergebnissen

Ein weiterer Höhepunkt wird ein Startup-Wettbewerb sein. Die beiden Gewinner des JUNIOR WATER JUMP-Awards werden ihre vielversprechenden Projekte, die von einer internationalen Jury ausgewählt wurden, in Video-Pitches dem Publikum vorstellen.   

Europäische Institutionen und Vertreter*innen der nationalen Regierungen sowie aus mehreren Bundesministerien, Politiker*innen und die Europäische Kommission werden anwesend sein und sich an den Diskussionen beteiligen. Die 3. Water JPI Konferenz bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich mit aktuellen Forschungsergebnissen und Praxiserfahrungen bei der Bewältigung der Herausforderungen in der Wasserwirtschaft vertraut zu machen.

Am 18. November erhalten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, sich im Zuge von zwei Exkursionen ein Bild von Forschung und Praxis im Abwasser- und Trinkwasserbereich zu machen. So lädt die Emschergenossenschaft („Technikum“) die Konferenzgäste in die Abwasserversuchsanlage ein. Die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft freut sich, Interessierten die Trinkwasseraufbereitung nach dem Mülheimer Verfahren zu zeigen. 

Ausführliche Informationen (inklusive Anmeldung, Programm etc.) zur 3. Water JPI Conference in Mülheim (DEUTSCHLAND) am 17. November hier: https://waterjpi-conference-muelheim.com.

Konferenz-Flyer online ansehen: https://waterjpi-conference-muelheim.com/wp-content/uploads/2021/10/waterjpi_conference_program_flyer.pdf

Beitragsfoto: Gendries

Das Konferenzprogramm

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