Die Nationale Wasserstrategie geht in die nächste Phase. Der Bürger:innen-Dialog wird fortgesetzt. Jede:r kann mitmachen!
Mit der Nationalen Wasserstrategie hat die Bundesregierung 2023 einen Fahrplan bis 2030 beschlossen. Jetzt sollen die Bürger:innen ihre Meinung mitteilen: Kommen wir wirklich voran – oder hakt es noch?

Dafür sind wir alle gefragt!
Am morgigen Weltwassertag, dem 22. März startet eine bundesweite Umfrage, die bis zum 4. Mai 2026 läuft. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten, soll aber eine Möglichkeit zur Mitwirkung bei der Weiterentwicklung der nationalen Wasserpolitik bieten.
Es ist keine Expertenwissen gefragt, sondern gesunder Menschenverstand und die individuelle Wahrnehmung:
Dazu gehören Fragen wie: „Spürst du Veränderungen wie Trockenheit oder Starkregen?“, „Wie sicher ist sauberes Trinkwasser aus deiner Sicht?“ Oder „Welche Rolle spielen Landwirtschaft, Industrie – und wir selbst?“
Spannende Themen
Gerade spannend: Viele Begriffe, die in der Debatte immer häufiger auftauchen – von „Schwammstadt“ bis „PFAS“ – werden ebenfalls abgefragt. Es geht also auch darum, wie gut das Thema Wasser inzwischen im Alltag angekommen ist. Und genau darum geht es: was nehmen wir wahr und wie schätzen wir das Wahrgenommene für das Wasser und die aquatische Umwelt ein?
Es geht in einem Schwerpunkt auch um das Wasserbewusstsein und wie dieses gestärkt werden kann. Eine Frage zielt auf die Kreativität der Teilnehmenden ab:

Warum sich Mitmachen lohnt
Die Ergebnisse fließen direkt in einen Bericht zur Nationalen Wasserstrategie ein (Veröffentlichung 2027). Sie sind damit mehr als eine Momentaufnahme – sie sollen Teil der politischen Steuerung werden.
Und noch etwas: Wer selbst Projekte rund ums Wasser umsetzt, kann diese sichtbar machen – auf einer interaktiven Karte zur „Wasserwende“.
Wasserpolitik passiert nicht nur in Ministerien. Sie beginnt auch bei Wahrnehmung, Prioritäten – und Beteiligung.
Kleiner Insidertipp: Wenn du dich für Wasser interessierst oder beruflich damit zu tun hast, ist das eine einfache Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.
Was noch gesagt werden muss
Bürgerbeteiligung ist eine gute Sache. Schließlich geht Wasser uns alle an. Egal ob Schutz oder Verteilung, Verschmutzung und Verursachung, Werterhaltung oder Kostenverteilung. Wasser ist ein Thema für alle, deshalb sollten auch alle gefragt werden, nicht nur Interessenverbände, NGOs oder gar die Industrie. Womöglich ist auch der Termin Weltwassertag für die Bürgerbeteiligung passend gewählt, denn an diesem Tag geht es ja um Wasser und Aufmerksamkeit. Daher ist es nachvollziehbar und gut, wenn das Umweltministerium drei Jahre nach Verabschiedung der Strategie und der Maßnahmen (auch wenn letztere später reduziert worden sind) einen Zwischenstatus im Rahmen einer Evaluation erfragt.
Einzig vermissen kann man die Ankündigung, wie die Teilnehmenden über die Ergebnisse in formiert werden und was mit den Ergebnissen konkret geplant ist. Der Hinweis, dass „sie in einen Stakeholder-Bericht der Nationalen Wasserstrategie einfließen, der Anfang 2027 veröffentlicht wird“, ist vielleicht etwas dürftig. Viel zu oft erwecken derartige Beteiligungsprozesse den Eindruck einer nur scheinbaren Einbeziehung der Bürgerschaft. Denn es wird ja auch nach Vorschlägen und Ideen gefragt. Da dürfte mehr erwartet werden. Und trotzdem: die 10 Minuten für die Beantwortung sind gut angelegte Zeit.
Quellen und Weiterführendes
- Nationale Wasserstrategie
Kabinettsbeschluss vom 15. März 2023, Bundesumweltministerium - Bürger-Beteiligung beim „Nationalen Wasserdialog“, LebensraumWasser, 2021
- Im Wasserdialog arbeitet Deutschland an einer Strategie für die „Zukunft Wasser“, LebensraumWasser, 2019



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