Bill Gates baut sich seine Smart City in der Wüste von Arizona

Bill Gates – IT-Tycoon, Investor und Philanthrop – soll jetzt Pläne für eine „Smart City“ in der Wüste von Arizona haben, um sein Microsoft CityNext-Programm umzusetzen. Dabei geht es auch Daten-gestütztes Wassermanagement. US-Medien zufolge erwarb seine Investmentgesellschaft Mehrheitsanteile an einem Entwicklungsprojekt mit einer rund 100 Quadratkilometer großen Fläche in der Nähe von Phoenix im „Hitzestaat“ Arizona. Schon jetzt leidet die Region seit 15 Jahren unter der stärksten Dürre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor 100 Jahren, wie die Stadt Phoenix auf Ihrer Website Drought-Information berichtet. Bill Gates will vermutlich den Beweis für sein SmartCity-Geschäftsmodell antreten. Da sind Extremstbedingungen gerade richtig.

Wenig einladend, aber vielleicht deshalb so attraktiv: die Entwicklungsregion von Bill Gates

Wenig einladend, aber vielleicht deshalb so attraktiv: die Entwicklungsregion von Bill Gates (auf das Bild klicken, um das Video anzusehen)

Auf der Fläche in der Gemeinde Belmont soll Medienberichten zufolge eine intelligente Stadt („Smart City“) entstehen. Rund 160.000 Menschen und viele Unternehmen sollen dort ansiedeln können, wo heute nur Wüste ist.

Die Immobilienfirmen vor Ort sind aus verständlichen Gründen begeistert. Sie erwarten, dass im kargen Belmont eine „Randstadt mit einer flexiblen Infrastruktur“ entstehe. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Gates die Immobilienpreise rund um Phoenix im Blick hat, ihm dürfte an der Umsetzung seines Geschäftsmodell für Microsoft CityNext gelegen sein, einer „intelligenten Stadt der Zukunft“.

Eine eigene Stadt als Innovations Playground 

Bill Gates‘ Unternehmen bietet unter „Microsoft CityNext“, wie es heißt, intelligente Lösungen für den urbanen Raum – auch bekannt unter dem Begriff „Smart City“. Dabei stehen Daten und die vorhandenen Datenquellen in den Städten im Vordergrund des Interesses. Diese Systeme sollen sich dank künstlicher Intelligenz auch selber steuern. Der Mensch – besser Microsoft – programmiert die Algorithmen. Dann werden Straßenlaternen, die Müllbehälter, Parksysteme, aber auch Zähler für Energie und Wasser die Prozesse effizient steuern. Weniger Staus und weniger Ressourcenverschwendung sollen die Städte lebenswerter und nachhaltiger machen. Daten sind die Ressourcen der Zukunft. Echtzeit-Verbrauchsdaten werden bei Wasser eingebunden, um die Systeme bedarfsbezogener auszurichten. Leckagewarnsysteme sind in vielen Wüstenregionen nicht nur eine Spielerei, sondern helfen, die Wasserverluste in den Netzen und in den Häusern zu verhindern.

„Wirklich intelligente Städte müssen Technologie und Daten miteinander verbinden und mithilfe von Datenanalysen dafür sorgen, dass alles harmonisch weiterläuft – nicht zuletzt, da bis zum Jahr 2050, 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben wird,“ erklärt die Microsoft-Website. Und weiter in einem Video: „We must start with the infrastructure and data we already have.“ Aber es geht nicht nur um Transformation bestehender Städte.

Viele Städte der Zukunft werden erst noch entstehen, so auch in den Wüstenregionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Saudi-Arabien. Dort wird das Know-how, wie SmartCity auf dem Reissbrett entstehen sollte, gebraucht. Bill Gates schafft sich seinen eigenen Innovations Playground, um die Stadt der Zukunft an Nachhaltigkeitszielen auszurichten  Wo kann man dieses Modell besser erproben, als in einer eigenen Stadt. Nur so kann man sich erklären, Wohngebiete in der Wüste zu bauen.

Weitere Quellen:

Fotoquelle: Titelfoto thanks to Donkey Hotey (flickr; CC BY 2.0)

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