Start-Up entfernt PFAS aus dem Wasser und gewinnt den Schweizer Green Business Award

PFAS-Lösungen werden immer dringender. Das ist eine Chance für innovative Start-Ups. Aber vielen fehlt der finanzielle Anschub und oder Zugang zu Investoren. Beides bietet der Green Business Award der Schweizer Umweltstiftung, den in diesem Jahr das Unternehmen Oxyle mit einer vielversprechenden Lösung für PFAS im Wasser erhalten hat.

Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften bietet innovativen Unternehmen attraktive Chancen sich am Markt zu entfalten und von der Dynamik zu profitieren. Das geht bei Startups in der Regel nicht ohne Unterstützung. Genau hier setzt der Schweizer Green Business Award an. Mit diesem mit 25.000 Schweizer Franken dotierten und mit dem Zugang zu einem hochkarätigen Investoren verbundenen Innovationspreis werden in der Schweiz jedes Jahr Unternehmen ausgezeichnet, die ökologische Wirkung und wirtschaftlichen Erfolg zusammenbringen. Im Mittelpunkt stehen Lösungen, die nicht nur gut gemeint, sondern marktfähig, skalierbar und wirksam sind.

Oxyle gewinnt Green Business Award 2026

In der vergangenen Woche wurde der diesjährige Gewinner benannt: Oxyle. Im Jahr 2020 in Schlieren in der Schweiz gegründet, suchte das junge Unternehmen nach „endgültigen Lösungen“ für PFAS. Oxyle wurde von Fajer Mushtaq und Silvan Staufert an der ETH Zürich mitgegründe. Mushtaq erwarb einen Doktortitel in Mikro- und Nanosystemen mit Schwerpunkt auf Wassersanierung.

Die Technologie von Oxyle stellt der Unternehmenswebsite zufolge die weltweit erste wirtschaftliche und dauerhafte Lösung für PFAS-Kontamination dar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die diese Chemikalien lediglich filtern oder konzentrieren, soll das System von Oxyle PFAS-Moleküle zerstören und eine Eliminationsrate von über 99 % erreichen, während es mindestens 15-mal weniger Energie verbrauche als alternative Zerstörungsmethoden. Der dreistufige Prozess des Systems kombiniert Schaumfraktionierung, Zerstörung und Echtzeitüberwachung, die durch maschinelles Lernen unterstützt wird – alles in einem modularen System, das die Notwendigkeit einer Sekundärabfallentsorgung durch Verbrennung oder Deponienierung überflüssig macht. Das proprietäre Überwachungssystem von Oxyle liefert ein sofortiges Feedback und ermöglicht so eine kontinuierliche Optimierung der Behandlung.

Der Website sind allerdings auch Zerstörungsraten von weniger als 99 Prozent zu entnehmen. Aber schließlich soll der Award letztendlich dazu dienen, die Weiterentwicklung voranzutreiben.

Green Business Award prämiert unternehmerische Lösungen mit Impact

Der Green Business Award der Schweizer Umweltstiftung zielt darauf ab, jungen Unternehmen dabei zu helfen, Ideen in solche skalierbare Lösungen und Produkte zu übertragen, die ökologischen Impact mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden. Getragen wird der Award von Schweizer Wirtschaftsorganisationen, dem WWF sowie dem Schweizer Bund. Diese Kombination aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und staatlicher Ebene verleiht dem Preis öffentliche Wahrnehmung, Glaubwürdigkeit und Relevanz, heißt es. Das wird auch durch die Besetzung der Jury deutlich. Den Vorsitz der Jury hält Schweizer Alt-Bundesrätin Doris Leuthard. Damit soll die strategische Bedeutung des Themas auf nationaler Ebene verstanden werden.

Bewerben können die Unternehmen sich übrigens nicht selbst. Sie müssen von ausgewählten nationalen Scouts vorgeschlagen werden. Dahinter stehen Unternehmen, die, so heißt es, „wissen was echte Innovationen sein können“.

Alle Nominierten durchlaufen anschließend ein mehrstufiges Jurierungsverfahren. Neben einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Schweizer Franken für die Gewinner, erhalten alle Finalisten hochkarätige Unterstützung eines weit reichenden Netzwerks an Investoren und Medien, diesen ermöglicht ihre Rolle im Gegenzug den Zugang zu lukrativen Investitionsopportunitäten. „Win-win“ also. Für die Schweiz ist der Award auch ein Standortthema: Wer früh tragfähige Lösungen entwickelt, sichert Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Glaubwürdigkeit auf internationalen Märkten.

Gerne würde ich über weitere Awards und Auszeichnungen für junge innovative Unternehmen und/oder Entrepreneure im Wassersektor berichten. Daher würde ich mich freuen, wenn ich dazu Tipps und Vorschläge bekäme. Bei meinen Recherchen bin ich bereits auf interessante Konstellationen gestoßen. Dazu in Kürze mehr.

Quellen und Weiterführendes

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