Bundesbürger wollen mehr EU-Einfluss in der nationalen Umweltpolitik

Bei vielen Themen wird die EU als zahnloser Tiger kritisiert, nicht so in der Umweltpolitik, hier wünschen sich Zweidrittel der europäischen BürgerInnen eine Zusammenarbeit Ihrer nationalen Regierung mit der EU. Das ist das Ergebnis der aktuellen Eurobarometer-Umfrage zum Thema Umwelt, die von der EU-Kommission veröffentlicht worden ist. Über 1.500 Deutsche wurden in der EU-weiten Befragung zu ihren Umwelteinstellungen befragt.

Mehrheitlich für politisches Handeln der EU

Der Befragung zufolge wünschen sich die Deutschen ein stärkeres Brüssel in der Umweltpolitik. 80 Prozent der Deutschen wollen eine gemeinsame Umweltpolitik mit der EU. Im Durchschnitt aller EU-Staaten sind es nur 67 Prozent. Für noch mehr Aufmerksamkeit in Berlin sollte die Tatsache sorgen, dass das Vertrauen der Bundesbürger in die EU seit 2014 um 14 Prozentpunkte angestiegen ist. Vertrauen in die nationale Umweltpolitik sieht anders aus.

Eine Mehrheit der Befragten stellt fest, dass weder die EU (62 Prozent) noch die Nationalstaaten (67 Prozent) genug für den Schutz der Umwelt unternehmen. Als wichtigste Maßnahmen gegen Umweltprobleme nennen die EuropäerInnen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie höhere Strafen für Umweltsünder.

Fast alle EuropäerInnen erachten den Schutz der Umwelt als wichtig oder sehr wichtig (94 Prozent). Der Klimawandel und die Luftverschmutzung führen die Rangliste der Probleme an. Die Wasserthemen stehen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Nur jeder dritte Teilnehmer sah die Verunreinigung der Gewässer als besonders bedeutend an.

Informationsbeschaffung ändert sich

Die TV-Berichterstattung ist (noch) die wichtigste Informationsquelle für Umweltfragen. Die Tageszeitungen sind mittlerweile von Social Media vom zweiten Platz verdrängt worden. Immer mehr Verbraucher informieren sich mit mobilen Endgeräten und tauschen sich in Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co über ihre Erfahrungen aus. Während sich die Nutzung des Internets in den vergangenen zehn Jahren annähernd verdoppelt hat, mussten die Zeitungen eine Halbierung der Bedeutung hinnehmen. Das hat auch Konsequenzen für die Öffentlichkeitsarbeit der Versorger. Die Unternehmen sollten in sozialen Netzwerken bewegen, um seine Kunden und die Verbraucher zu informieren.

 

Die Eurobarometer-Umfragen werden regelmäßig von der EU-Kommission in allen Mitgliedstaaten durchgeführt. Für die neueste Umfrage zum Thema Umwelt wurden im September und Oktober 2017 über 27.000 TeilnehmerInnen befragt.

Eurobarometer Umwelt 2017

Quelle: Deutscher Naturschutzring

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