Viel Lärm ums Stille Örtchen – Preisvergleich für die Toilettenspülung

Schon wieder ein Wasserpreisvergleich! Kurz vor dem Welttoilettentag am 19. November. Erst macht Billiger.de viel Lärm mit einem Ranking der Wasserpreise in Deutschland, jetzt kommt Netzsieger.de. Noch nie gehört? Das wollen die Manager jetzt ändern. Dafür muss wieder das Wasser herhalten. Mit der Frage WIE VIEL GELD SPÜLEN WIR EIGENTLICH PRO JAHR DIE TOILETTE HINUNTER? vergleicht das Portal aus der 3. Reihe die Kosten für eine Toilettenspülung. Ja, richtig gelesen, für eine Toilettenspülung. Während sonst die Kosten für eine vierköpfige Familie herhalten müssen, um Wasserpreise zu vergleichen, ist jetzt das Stille Örtchen dran. Natürlich sind es auch hier wieder die großen Städte, die mit ihren Wasser- und Abwasserentgelten entweder gefeiert werden oder wegen vermeintlich zu hoher Kosten für die Toilettenspülung am Pranger. Und wieder sind es Potsdam und Essen, die die höchsten Wasserkosten verursachen.

Dabei geben die Netzsieger auch noch Spar-Tipps, die so einige Freundschaften auf eine harte Probe stellen dürften: „In Hamburg sollten die Menschen lieber außerhalb der eigenen vier Wände die Klospülung drücken. Ganze 19,5 Cent gehen dort die Toilette hinunter – einen Zehn-Liter-Spülkasten vorausgesetzt. Auf das Jahr gerechnet kommen die Hamburger bei einem Spülkasten dieser Größe auf 71,17 Euro. Ganze 29,20 Euro könnten sie sparen, wenn sie statt eines Zehn- einen Sechs-Liter-Kasten nutzten.“ Toller Tipp! Man stelle sich das einmal vor, ganze 29,20 Euro in einem Jahr kann man sparen. Das sind etwas mehr als zwei Euro im Monat. So viel Lärm um fast nichts. Kein Wort verliert Netzsieger über die hygienischen Aspekte bei der Toilette, auch wird dem Thema Stagnation in den Abwasserkanälen kein einziger Hinweis gewidmet. Warum erklärt das Portal nicht, dass zu wenig Wasser in den Abflussrohren zu Verstopfungen führen kann, die teuer beseitigt werden müssen. Denn, „Wer an der Toilettenspülung spart, wird für den Abflussreiniger zahlen“.

Es könnte bald ruhig werden, denn das Bundeskartellamt hat sich gerade der Online-Vergleichsportale angenommen, weil deren Ergebnisse durch Vermittlungsprovisionen verzerrt sein sollen. Interessant, dass gerade diese Akteure sich mit Wasserpreisvergleichen auseinandersetzen. 

„Mit uns wird jede Sitzung ein Erlebnis.“

Wenn man beim Toilettengang wirklich Wasser und Wasserkosten sparen will, dann wählt man eine Kompost-Toilette. Damit wird gar kein Wasser verschmutzt und mit der Kompostierung der anfallenden Sekundärressourcen wird ein wichtiger Kreislauf geschlossen. So wirbt der Schweizer Anbieter KOMPOTOI, „Mit uns wird jede Sitzung ein Erlebnis.“

VERANSTALTUNGSTIPP: Am 19. November ist Welttoilettentag!!!

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