„Klare Pluspunkte für Leitungswasser“, urteilt Stiftung Warentest

Stiftung Warentest empfiehlt Trinkwasser aus der Leitung. Auch wenn die anhaltend hohen Absatzzahlen der Mineralwässer deren Vorzugswürdigkeit gegenüber Trinkwasser aus der Leitung zu belegen scheinen, der Vergleichstest hebt dagegen das Trinkwasser auf das Siegerpodest. Während Qualitätsunterschiede zwischen den Wässern vernachlässigbar sind und einige Mineralwässer die Erwartungen der Wassertrinker nicht einhalten können, weil sie beim Mineralgehalt schwächeln, ist Trinkwasser nicht nur besser, weil es deutlich preiswerter ist, es wird zudem durch die Leitung frei Haus geliefert und ist ökologisch unschlagbar vorteilhaft. Kurzum: Wer aus Umweltschutzgründen Müll vermeidet und Wasser spart, sollte konsequenterweise auch zum Trinkwasser aus der Leitung greifen und auf Flaschenwasser verzichten. Das dürfte als das wichtigste Fazit des Tests gelten.

Stiftung Warentest räumt auf mit Werbeversprechen der Mineralwasseranbieter: So fragen die wichtigsten Produkttester Deutschlands: „Ist Mineral­wasser wirk­lich so toll, wie die Werbung verspricht? Und stimmt die Qualität unseres Trink­wassers? Wenn ja: Lohnt es sich über­haupt, Geld für abge­fülltes Wasser auszugeben und mühsam selber Kisten zu schleppen? In dem großen Wasser­check hat Stiftung Warentest 30 stille Mineralwässer und Trinkwasser aus 28 deutschen Städten und Gemeinden untersucht. Der Vergleichs­test zeigt, welches Wasser besser ist.“

Aber auch beim Trinkwasser aus der Leitung könnte der Glanz verblassen, wenn nichts getan wird. Nitrat im Trinkwasser, ein bekanntes Problem – die Bundesrgierung steht sogar in Brüssel vor Gericht-, wir verdanken der Gülle eine wachsende Bedrohung unserer natürlichen Ressourcen. Noch ist zumindest bei den Proben alles gut: überall wurden Werte im Bereich des Zulässigen gemessen. Spuren von Arzneimittelrückständen oder Röntgenkontrastmitteln, eine Herausforderung, die mit Alterung der Gesellschaft wachsen wird, aber alles noch tolerabel und die Versorger arbeiten bereits an Lösungen, bei denen die Verbraucher mitmachen müssen. Auch bei vielen anderen Stoffen, die nichts im Wasser zu suchen haben, ist noch Zeit zum Handeln, nur es muss angefangen werden, denn, so Stiftung Warentest: „Unser Lebensstil hinterläßt Spuren.“

Zum Abschluss noch ein kleiner Hinweis zum Geschmack, der ist bekanntlich subjektiv, aber Blindverkostungen des I.S.E.K., einem Marktforschungsinstitut und führenden Anbieter von Trinkwassergeschmackstests, belegen eindeutig, dass das Leitungswasser nur selten von einem Flaschenwasser vom Siegerpodest verdrängt wird. Vor zwei Jahren hatte DER SPIEGEL darüber berichtet und mit dem Titel ein eindeutiges Urteil gefällt: Der Öko-Irrsinn Mineralwasser

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ier geht zum Lebensraumwasser-Beitrag über den SPIEGEL-Artikel mit Link zu SPIEGEL-Online

Ein Gedanke zu “„Klare Pluspunkte für Leitungswasser“, urteilt Stiftung Warentest

  1. Danke, Siegfried, für die interessanten Informationen. Man wäre ja blöd, Mineralwasser zu kaufen! Tragen wir Sorge zum Wasser, den Gewässern und dem Grundwasser!

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