Gallonen-Wasserspender als Ursache für Norovirus-Infektionen in Spanien

Ich hatte mich schon über die vielen Aufrufe eines älteren Beitrages über Hygieneproblemen bei Gallonen-Spendern auf meinem Blog gewundert. Die Erklärung ist eine Norovirus-Erkrankungswelle im spanischen Katalonien ausgelöst durch verkeimtes Wasser in Gallonen-Wasserspendern. Auch einige deutsche Zeitungen hatte darüber berichtet.

Über 4.000 Menschen klagten in den vergangenen zwei Wochen über mehrere Tage anhaltende starke Magenschmerzen. Als Symptome treten Übelkeit, Erbrechen und Fieber auf. Die staatliche Gesundheitsbehörde Katalonien gab einem Novovirus in Wasserspendern die Schuld. Dabei handelt es sich um so genannte Gallonenspender, die man auch aus Arztpraxen und Einkaufszentren kennt. Sechs Wassertrinker mussten sich sogar in stationäre Behandlung ins Krankenhaus begeben.

Bildschirmfoto 2016-04-29 um 17.45.51Albert Bosch, ein Wissenschaftler der Universität Barcelona, der mit den Analysen betraut war, konnte die besorgte Öffentlichkeit beruhigen: „Es ist weltweit das erste Mal, dass ein Norovirus in abgefülltem Wasser aufgetreten ist.“ Normalerweise treten Fäkalkeime dort nicht auf. Es muss wohl eine Verunreinigung der Abfüllanlage gewesen sein, die die Erkrankungswelle ausgelöst hatte. Der Virus ist zwar nicht lebensbedrohlich, wohl aber sehr ansteckend. Er verbreitet sich über Kontakte.

Gallonen-Wasserspende (canstockphoto)

Gallonen-Wasserspender (canstockphoto)

Bei der Suche nach den Ursachen geht der Anbieter Eden Springs auf Nummer sicher. Den Informationen zufolge hat der führende Wasserabfüller über 6.150 Gallonenbehälter aus 925 Unternehmen, in denen die knapp 20 Liter fassenden Großwasser-Flaschen auf Wasserspendern stehen, wieder zurückgerufen. Betroffen soll wohl eine Abfüllanlage in Andorra, an der Grenze zwischen Spanien und Frankreich sein.

Mittlerweile haben katalanische Offizielle die Gefahr als gebannt erklärt, nachdem keine neuen Erkrankungen mehr bekannt geworden waren.

Medien-Berichte in El Pais und Blog 20minutos und The Guardian

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